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Strategie

Backlinks analysieren: vom Linkprofil zur Prioritätenliste

Wie Du ein Linkprofil auswertest: welche Daten Du brauchst, welche Kennzahlen etwas aussagen, wie der Wettbewerbsvergleich funktioniert und was am Ende als Arbeitsliste herauskommt.

David Hahn

David Hahn · 13.08.2026 · 9 Min. Lesezeit

Aus einem ungeordneten Linkbestand wird durch die Auswertung eine sortierte Arbeitsliste

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Analyse zeigt den Zustand eines Linkprofils, nicht seine Entwicklung.
  • Kein Tool sieht alle Links, deshalb sind absolute Zahlen mit Vorsicht zu lesen.
  • Passende verweisende Domains wirken stärker als viele beliebige.
  • Erwähnungen ohne Link tauchen in Backlink-Tools nicht auf, zählen aber in KI-Antworten.
  • Aus der Analyse folgt eine Prioritätenliste.

Eine Backlink-Analyse ist die Bestandsaufnahme aller externen Verweise auf eine Webseite zu einem Zeitpunkt: welche verweisenden Domains es gibt, aus welchem Umfeld sie stammen, mit welchen Linktexten sie verlinken und wie das im Vergleich zum Wettbewerber dasteht. Sie beantwortet die Frage, wie ein Linkprofil aufgestellt ist, und liefert damit die Grundlage für jede weitere Offpage-Optimierung.

Nicht zu verwechseln mit Monitoring. Die Analyse liefert ein Bild, das Monitoring eine Reihe von Bildern. Wer wissen will, was sich verändert und wann er reagieren muss, findet das im Backlink-Monitoring. Hier geht es um die Aufnahme des Ist-Zustands.

Bevor die Auswertung beginnt, muss klar sein, woher die Zahlen kommen und was sie abdecken.

Die Differenz zwischen den Quellen zeigt, welche beauftragten Platzierungen nie angekommen sind.

Woher die Daten stammen

  • Die Google Search Console zeigt die Links, die Google selbst kennt. Sie ist kostenlos und die einzige Quelle direkt vom Suchmaschinenbetreiber, liefert dafür keine Qualitätsbewertung.
  • Backlink-Tools liefern den Bestand mit eigenen Metriken. Ahrefs gilt vielen als Referenz für die Größe des Live-Index, Semrush deckt Wettbewerbsanalyse und Audit breit ab, SISTRIX ist im deutschsprachigen Raum besonders verbreitet, Seobility ist eine günstigere Alternative für kleinere Projekte. Jedes Tool betreibt einen eigenen Crawler, deshalb weichen die Zahlen voneinander ab.
  • Die eigene Kampagnendokumentation zeigt, welche Platzierungen beauftragt wurden und ob sie erschienen sind.

Die Gesamtheit aller eingehenden Verweise heißt Linkprofil. Es ist der Gegenstand jeder Analyse, und es besteht aus mehr als einer Zahl: verweisende Domains, deren Verteilung, die Ankertexte, die Platzierung der Links und ihre Attribute.

Was aus dem Abgleich der Datenquellen folgt

Aus dem Abgleich dieser drei Quellen entsteht das eigentliche Ergebnis: Welche Links kennt Google, welche nur die Tools, und welche beauftragten Platzierungen sind nie angekommen. Genau diese Differenz ist der Teil, den eine reine Toolauswertung nicht zeigt.

Kein Tool sieht alle Links. Die Abweichungen zwischen zwei Anbietern liegen regelmäßig im zweistelligen Prozentbereich, weil sie unterschiedlich viel Web crawlen. Absolute Zahlen taugen deshalb kaum, Verhältnisse und Vergleiche dagegen sehr.

  • Zielseiten festlegen, für die das Profil überhaupt relevant ist.
  • Bestand exportieren, aus mindestens zwei Quellen.
  • Dubletten und offensichtlichen Spam entfernen.
  • Kennzahlen bilden, statt Einzellinks zu bewerten.
  • Mit den Domains vergleichen, die für Deine Keywords sichtbar sind.
  • Lücken in eine Prioritätenliste überführen.
Die Reihenfolge zählt. Ohne festgelegte Zielseiten misst Schritt 4 etwas, das niemand braucht.

Warum die Zielseiten zuerst feststehen

Eine Analyse des Gesamtprofils klingt gründlich, führt aber selten zu einer Handlung. Interessant wird es erst pro Zielseite. Eine Geldseite ohne externe Verweise ist ein Befund, eine Blogübersicht ohne Verweise ist normal. In der Praxis sehen wir, dass Teams wochenlang Profile auswerten und danach trotzdem nicht wissen, welche Seite als Nächstes Unterstützung braucht.

Warum Dubletten und Spam vor der Auswertung raus müssen

Exporte enthalten regelmäßig dieselbe Domain mehrfach, dazu Verzeichnisse, Scraper und automatisch erzeugte Seiten, die niemand beauftragt hat. Wer diese Zeilen mitzählt, misst vor allem das Grundrauschen des Webs.

Kennzahlen im Linkprofil und was sie aussagen

KennzahlWas sie zeigtWorauf zu achten ist
Referring DomainsWie viele verschiedene Websites verlinkenAussagekräftiger als die Zahl der Links
Links je DomainWie stark sich Verweise auf wenige Quellen konzentrierenSehr hohe Werte deuten auf Footer- oder Sitewide-Links
Ankertext-VerteilungWie natürlich das Profil wirktHäufung eines Wunschbegriffs ist ein Muster, das selten zufällig entsteht
ThemenrelevanzOb die Quellen zum eigenen Feld passenDie Kennzahl, die am seltensten gemessen und am häufigsten gebraucht wird
Trust und Citation FlowVertrauensnähe und Umfang laut MajesticSchätzwerte des Anbieters, kein Rankingfaktor
Anteil folgender LinksWie viele Verweise als Empfehlung geltenEin gemischtes Profil ist normal, ein reines auffällig

Was Trust Flow und Citation Flow tatsächlich messen und wie ihr Verhältnis zu lesen ist, steht in Trust Flow erklärt und Citation Flow erklärt. Domain Rating und Spam Score funktionieren nach demselben Prinzip: nützliche Schätzwerte zum Vorsortieren, keine Urteile.

Linkpopularität: Quantität und Qualität zusammen lesen

Linkpopularität beschreibt, wie viele unabhängige Quellen auf eine Seite verweisen. Sie ist eine Mengengröße und für sich genommen wenig aussagekräftig. Erst zusammen mit den Qualitätsfaktoren ergibt sich ein Bild. Ein Backlinkprofil mit hoher Quantität, aber schwacher thematischer Nähe steht schlechter da als eines mit weniger, dafür passenden Verweisen. Wer eine Backlink-Analyse macht, sollte beide Größen nebeneinanderlegen, statt sich für eine zu entscheiden.

Die Verteilung ist wichtiger als die Summe

Ein Profil mit 200 Verweisen aus 180 verschiedenen Domains sieht völlig anders aus als eines mit 200 Verweisen aus zwölf. Die Breite zeigt, ob die Authority aus vielen unabhängigen Quellen kommt oder von wenigen Stellen getragen wird. Ein breit verteiltes Profil entsteht typischerweise durch gewachsene Sichtbarkeit, ein enges durch wenige, dafür wiederholte Platzierungen.

Was ein Backlink-Checker leisten kann und was nicht

Ein Backlink-Checker ist das Tool, mit dem die Rohdaten entstehen. Gute Funktionen erkennt man daran, dass sich Backlink-Daten über verschiedene Zeiträume vergleichen lassen, dass Linktexte und Attribute wie Nofollow-Links mit ausgegeben werden und dass sich mehrere Webseiten nebeneinander prüfen lassen. Für die Linkanalyse selbst reicht das aber nicht. Ein Tool liefert Zeilen, die Bewertung bleibt Arbeit. Welche Tool-Klasse welchen Engpass löst, vergleicht Die besten Linkbuilding Tools.

Wo der Link auf der Seite steht

Verweise im Fließtext eines Artikels werden deutlich stärker gewertet als Links in Fußzeilen, Seitenleisten oder Linklisten. Was in der Navigation steht, erscheint auf jeder Unterseite und ist damit keine Aussage über einen bestimmten Inhalt. Beim Auswerten lohnt es sich deshalb, den Bestand nach Platzierung zu trennen, statt alle Zeilen gleich zu zählen.

Warum Menge die falsche Leitgröße ist

Qualität schlägt Masse, und bei der Analyse zeigt sich das besonders deutlich. Zehn thematisch passende Verweise aus Publikationen mit eigener Redaktion sagen mehr über eine Domain aus als tausend Einträge aus Verzeichnissen. Nicht jede Seite braucht Backlinks, aber Seiten mit Geschäftswert und Wettbewerb brauchen die richtigen.

Der Vergleich ist der Teil mit dem größten praktischen Ertrag, weil er absolute Werte durch relative ersetzt. Die Frage lautet „wer verlinkt die Seiten, die für mein Keyword vor mir stehen".

Eine Analyse, aus der keine Prioritätenliste fällt, ist ein Report. Reports ändern keine Rankings.
David Hahn, Geschäftsführer GetMentioned

Welche Wettbewerber für die Analyse zählen

Ein verbreiteter Fehler ist der Vergleich mit dem Marktbegleiter aus dem Vertrieb. Für diese Analyse zählt, wer für die relevanten Suchanfragen sichtbar ist. Das sind oft Fachmedien, Vergleichsportale oder Wissensseiten, nicht die Firma aus dem Nachbarort.

Nach unserer Erfahrung laufen Analysen genau hier am häufigsten ins Leere. Das Ergebnis beschreibt einen Wettbewerb, der um dieselben Kunden konkurriert, aber nicht um dieselben Suchergebnisse.

Den Link Gap sichtbar machen

Ein Link Gap zeigt Domains, die auf mehrere Vergleichsseiten verweisen, auf Dich aber nicht. Das ist die konkreteste Liste, die aus einer Analyse entstehen kann, weil jede Zeile bereits bewiesen hat, dass sie über das Thema schreibt.

Damit diese Liste nicht in Handarbeit entsteht, analysiert MentionIQ Website, Wettbewerber und wichtige Keywords und identifiziert daraus passende Linkquellen und Placements.

Die Lücke, die kein Backlink-Tool zeigt

Backlink-Tools erfassen Verweise. Nennungen einer Marke ohne Link erfassen sie nicht. Für KI-Suchsysteme sind genau diese Nennungen relevant, weil dort der Text zählt, aus dem eine Antwort gebildet wird. Eine Wettbewerbsanalyse, die nur Links betrachtet, übersieht deshalb einen Teil der Sichtbarkeit. Wie sich das messen lässt, steht in AI Visibility.

Was ein auffälliges Profil verrät

Auffällig heißt nicht schuldig. Es heißt, genauer hinzusehen.

  • Viele Verweise aus Domains ohne erkennbare Redaktion oder eigenes Publikum.
  • Ausgehende Links dominieren den Artikelbestand der verweisenden Seite.
  • Ein Ankertext wiederholt sich über viele Domains hinweg fast wortgleich.
  • Der Zuwachs kommt in Schüben statt kontinuierlich.
  • Themenfremde Quellen ohne inhaltlichen Zusammenhang.

Bezahlte Platzierungen gehören ausdrücklich nicht auf diese Liste. Eine Rechnung macht einen Verweis nicht auffällig; auffällig sind Muster ohne redaktionellen Zusammenhang. Ein Sponsored Post in einem Fachmagazin, thematisch passend und gekennzeichnet, ist etwas anderes als hundert Platzierungen aus einem Netzwerk.

Was Du aus der Analyse ableitest

Eine Analyse, die mit einer Zahl endet, war eine Fleißaufgabe. Sie muss in drei Aussagen münden:

  • Welche Zielseiten brauchen zuerst Authority?
  • Welche Domains aus dem Link Gap kommen realistisch in Frage?
  • Welche bestehenden Verweise sind so wertvoll, dass ihr Verlust auffallen müsste?

Der dritte Punkt ist die Übergabe an das Monitoring.

Für die Rollen im Unternehmen bedeutet das Ergebnis Unterschiedliches. SEO-Teams bekommen eine Arbeitsliste. Marketing-Verantwortliche bekommen eine Begründung für ein Budget, weil der Abstand zum Wettbewerb beziffert ist. Für die Geschäftsführung wird sichtbar, welcher Rückstand besteht und in welchem Zeitraum er aufholbar ist.

Damit die Auswahl der Publisher danach nicht am Bauchgefühl hängt, helfen strukturierte Publisher-Daten. GetMentioned ist ein Placement-Marktplatz für Backlinks, Brand Mentions und Digital PR, auf dem Du passende Publisher auswählst, SEO-Daten und Preise vergleichst und Platzierungen direkt buchst. Der GetMentioned Score führt dabei Preis, SEO-Werte, Autorität und möglichen Impact zusammen, statt Quellen an einer einzelnen Metrik zu messen.

Fazit: Die Analyse ist eine Priorisierungshilfe

Eine Backlink-Analyse ist eine Priorisierungshilfe. Absolute Zahlen sind unzuverlässig, weil kein Tool das ganze Web sieht. Belastbar wird die Auswertung durch Verhältnisse, durch den Vergleich mit den tatsächlich sichtbaren Domains und durch die Frage, welche Zielseite als Nächstes Unterstützung braucht.

Häufige Fragen zur Backlink-Analyse

Wie analysiere ich meine Backlinks?

Zielseiten festlegen, den Bestand aus mindestens zwei Quellen exportieren, Dubletten und Spam entfernen, Kennzahlen statt Einzellinks bilden und mit den Domains vergleichen, die für Deine Keywords sichtbar sind.

Welche Tools brauche ich dafür?

Ein Backlink-Tool für den Bestand und die Google Search Console für die Sicht der Suchmaschine. Welche Tool-Klasse welchen Engpass löst, steht in Die besten Linkbuilding Tools.

Warum zeigen zwei Tools unterschiedliche Zahlen?

Weil jeder Anbieter einen eigenen Crawler betreibt und unterschiedlich viel Web erfasst. Deshalb sind Verhältnisse und Vergleiche belastbarer als absolute Werte.

Wie viele Referring Domains sind gut?

Es gibt keinen allgemeingültigen Wert. Maßgeblich ist der Abstand zu den Seiten, die für dieselbe Suchanfrage bereits sichtbar sind.

Was ist ein Link Gap?

Die Menge der Domains, die auf mehrere Vergleichsseiten verlinken, auf Deine aber nicht. Jede dieser Domains hat bereits bewiesen, dass sie über das Thema schreibt. Die Auswertung übernimmt MentionIQ.

Wie erkenne ich schädliche Backlinks?

An Mustern, nicht an Einzelfällen: themenfremde Quellen ohne Zusammenhang, wortgleiche Ankertexte über viele Domains, Seiten, die überwiegend aus ausgehenden Verweisen bestehen.

Muss ich schlechte Links entfernen lassen?

In den meisten Fällen nicht. Das Disavow-Tool ist für Fälle gedacht, in denen fremde, schädliche Verweise nicht entfernbar sind, nicht zum Aufräumen eigener Entscheidungen.

Wie oft sollte ich analysieren?

Als vollständige Bestandsaufnahme reicht ein bis zwei Mal im Jahr sowie bei jedem größeren Anlass. Die laufende Beobachtung übernimmt das Monitoring.

Zählen Erwähnungen ohne Link in der Analyse mit?

In klassischen Backlink-Tools tauchen sie nicht auf. Für die Sichtbarkeit in KI-Systemen sind sie trotzdem relevant, weil dort die Nennung im Text zählt.

Was mache ich mit dem Ergebnis?

Eine Prioritätenliste: welche Zielseite zuerst, welche Domains aus dem Link Gap realistisch sind und welche bestehenden Verweise so wertvoll sind, dass ihr Verlust auffallen müsste.

David Hahn

Über den Autor

David Hahn

Geschäftsführer GetMentioned

David baut seit 2016 Linkaufbau- und Digital-PR-Prozesse, erst als Agentur unter SEO Galaxy, heute als Plattform mit GetMentioned. Er hat eigene Projekte von null auf siebenstelligen Monats-Traffic skaliert und tausende Kampagnen für Kunden umgesetzt. Hier schreibt er über das, was in der Praxis wirkt, und über das, was nur Budget kostet.

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