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Agentic Resource Discovery: was der Entwurf heute leistet

Ein Entwurf beschreibt, wie KI-Agenten Angebote im Web finden, ohne über eine Suchmaschine zu gehen. Er steht bei Version 0.9 mit dem Status Proposal, und verabschiedet hat ihn bislang kein Gremium. Was er heute leistet und was noch offen ist.

David Hahn

David Hahn · 26.08.2026 · 5 Min. Lesezeit

Ein Agentenfeld oben, darunter fünf Angebote, von denen zwei über eine grüne Linie verbunden und mit einer Katalogmarke versehen sind

Das Wichtigste in Kürze

  • ARD beschreibt, wie AI Agents aufrufbare Ressourcen im Web finden.
  • Die Spezifikation trägt die Version v0.9 und den Status Proposal.
  • Anbieter veröffentlichen ihre Capabilities unter /.well-known/ai-catalog.json.
  • Registries übernehmen das Indexing dieser Catalogs und antworten einem Client Agent.
  • Für Marken ohne eigene API gibt es dafür bisher keine Praxis.

Agentic Resource Discovery, abgekürzt ARD, ist eine Spezifikation dafür, wie AI Agents Ressourcen im Web finden. Gemeint sind Tools, APIs, MCP Servers und Skills, die ein Agent aufrufen kann. Elf Organisationen haben den Entwurf am 17. Juni 2026 veröffentlicht. Die Spezifikation selbst trägt das ältere Datum 28. Mai 2026.

Dieser Beitrag ordnet den Stand für SEO- und Marketing-Verantwortliche ein.

Was Agentic Resource Discovery bezeichnet

Agentic Resource Discovery beschreibt eine Discovery Layer für agentic resources. Ein Client Agent bekommt eine Aufgabe, englisch task, und sucht dazu eine passende Capability.

Heute läuft das über feste Integrationen. Ein Agent kennt nur vorher eingetragene Tools. Die Spezifikation nennt das discovery problem.

ARD ersetzt die feste Liste durch eine Suche in natürlicher Sprache. Hugging Face beschreibt ARD als die Discovery Layer, die vor MCP, Skills und A2A sitzt.

Stand der ARD-Spezifikation im August 2026

Die ARD-Spezifikation führt Version v0.9 mit Datum vom 28. Mai 2026. Der Status ist dort auf Proposal gesetzt, die Lizenz auf Apache License 2.0.

Ein Proposal ist ein Vorschlag. Verabschiedet hat den Text bislang kein Gremium.

Verbreitet ist der Satz „ARD ist der neue Standard für die KI-Suche". Besser trifft es: „ARD ist ein Entwurf im Stand v0.9, den elf Organisationen vorgelegt haben."

Der Stand des Entwurfs im August 2026. Version, Beteiligte, Datei und das Ergebnis eines veröffentlichten Praxistests.

Was in einer ai-catalog.json steht

Der Katalog ist eine JSON-Datei unter https://<domain>/.well-known/ai-catalog.json.

BestandteilWas er enthält
ManifestFormatversion und die Liste der Einträge
Hostdie Organization, der die Einträge gehören
Catalog EntryKennung, Name, Typ, URL und Beschreibung

Die Domain trägt die Vertrauensfrage. Wer den Katalog unter eigener Adresse ausliefert, weist die Zugehörigkeit nach.

Wie sich ARD zum Model Context Protocol verhält

MCP regelt, wie ein Agent ein Tool aufruft. ARD regelt, wie er es vorher findet.

Die Spezifikation behandelt MCP als einen Artefakttyp unter mehreren. Ein Eintrag für einen MCP Server trägt den Medientyp application/mcp-server-card+json.

Wer hinter der ARD-Spezifikation steht

Beteiligt sind Microsoft, Google, GitHub, Hugging Face, GoDaddy, Cisco, Databricks, Nvidia, Salesforce, ServiceNow und Snowflake. Hugging Face nennt es eine „draft, open specification developed by contributors ... and others".

Zwei Namen fehlen. OpenAI und Anthropic stehen nicht auf dieser Liste.

Hugging Face als erste Umsetzung von ARD

Hugging Face hat am selben Tag das Discover Tool bereitgestellt. Es liefert laut Anbieter „search access to thousands of Skills, ML applications, and MCP Servers ... across other ARD discovery services".

Der Katalog liegt unter https://huggingface.co/.well-known/ai-catalog.json.

Was ein Praxistest der Discovery Layer zeigt

Der Drupal-Gründer Dries Buytaert hat im Juli 2026 eine ai-catalog.json auf seiner Website veröffentlicht. Sie sollte seine Sitesuche für Agenten auffindbar machen.

Die Registry von Hugging Face antwortete korrekt nach Protokoll. Sie lieferte in seinem Test nur Skills, die bei Hugging Face selbst liegen.

Sein Befund dazu lautet: „If an agent has never heard of you, it does not know to look for your API catalog."

Kataloge lassen sich veröffentlichen, und die Zahl der Registries im Ecosystem bleibt klein. Ein Support durch die großen Assistenzsysteme steht aus.

In ARD sehe ich den ersten ernst gemeinten Anlauf, Auffindbarkeit für Agenten zu regeln. Budget würde ich erst einplanen, wenn mehr als eine Registry antwortet.
David Hahn, Geschäftsführer GetMentioned

Was ARD für die Auffindbarkeit einer Marke bedeutet

Auffindbarkeit hat für Marken zwei Oberflächen. Das sind Search Engines sowie Sprachmodelle und Answer Engines.

ARD beschreibt eine dritte Oberfläche. Sie richtet sich an Software, die eine Aufgabe ausführen soll.

Ein Katalog listet aufrufbare Funktionen und keine Argumente. Ein Anbieter mit öffentlicher API kann heute einen Eintrag anlegen, eine Marke ohne API nicht.

Für Sichtbarkeit in Suche und Sprachmodellen tragen weiterhin die bekannten Wege. Ihre Messung steht in LLM Visibility, die Arbeit an den Oberflächen selbst in AI Search Optimization.

GetMentioned ist eine Linkbuilding-Agentur mit eigenem Placement-Marktplatz. Full Service im Linkaufbau, kein Full-Service-SEO. Wir sorgen dafür, dass eine Marke außerhalb der eigenen Domain belegt ist.

Abgrenzung zwischen ARD-Katalog und Grounding Page

Eine Grounding Page bündelt überprüfbare Fakten über ein Unternehmen für Systeme, die Antworten erzeugen. Bei GetMentioned steht sie unter Fakten zu GetMentioned.

Ein ARD-Katalog listet aufrufbare Ressourcen für Agenten, die eine Aufgabe erledigen. Wie ein System eine Marke als eigenständige Entität erkennt, steht in Entity SEO.

Wer heute eine ai-catalog.json anlegen sollte

Das Thema betrifft bisher vor allem Anbieter mit aufrufbaren Funktionen. Vier Fälle sind erkennbar:

  • Anbieter von MCP Servers, die von fremden Agenten aufgerufen werden sollen
  • Anbieter mit öffentlicher API und dokumentierten Endpunkten
  • Enterprises, die interne und externe AI Resources in einem Verzeichnis führen
  • Websites mit einer Suche oder Buchung, die ein Agent auslösen könnte

Nach unserer Erfahrung lohnt bei jungen Spezifikationen der Blick auf die eingesetzte Plattform. Unterstützt ein CMS ARD, entsteht der Katalog ohne eigene Arbeit.

Fazit: ein Entwurf, dessen Umsetzung noch offen ist

Agentic Resource Discovery beantwortet eine Frage, die vor MCP liegt. Ein Agent muss eine Ressource finden, bevor er sie aufruft.

Der Stand ist ein Entwurf mit elf Organisationen und wenigen Registries. Wer heute Kataloge veröffentlicht, bedient einen Abnehmerkreis, der gerade entsteht.

Häufige Fragen

Was ist Agentic Resource Discovery?

Eine Spezifikation dafür, wie AI Agents aufrufbare Ressourcen im Web finden. Anbieter veröffentlichen einen Katalog, Registries indexieren ihn.

Ist ARD ein verabschiedeter Standard?

Nein. Die Spezifikation trägt Version v0.9 und den Status Proposal mit Datum vom 28. Mai 2026.

Wo liegt die ai-catalog.json?

Auf der eigenen Domain unter /.well-known/ai-catalog.json. Die Domain-Inhaberschaft dient als Vertrauensanker.

Was ist der Unterschied zwischen ARD und MCP?

MCP beschreibt den Aufruf eines Tools durch einen Agenten. ARD beschreibt die Suche davor.

Wer steht hinter der ARD-Spezifikation?

Elf Organisationen, darunter Microsoft, Google, GitHub, Hugging Face, GoDaddy, Databricks und Snowflake. OpenAI und Anthropic gehören nicht dazu.

Ersetzt ARD die Suchmaschinenoptimierung?

Nein. ARD adressiert Agenten, die eine Funktion aufrufen. Für Menschen und Sprachmodelle bleiben Search Engines die Oberfläche.

Braucht meine Website eine ai-catalog.json?

Sinnvoll ist sie für Domains mit aufrufbaren Funktionen wie API, Suche oder Buchung.

David Hahn

Über den Autor

David Hahn

Geschäftsführer GetMentioned

David baut seit 2016 Linkaufbau- und Digital-PR-Prozesse, erst als Agentur unter SEO Galaxy, heute als Plattform mit GetMentioned. Er hat eigene Projekte von null auf siebenstelligen Monats-Traffic skaliert und tausende Kampagnen für Kunden umgesetzt. Hier schreibt er über das, was in der Praxis wirkt, und über das, was nur Budget kostet.

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