Dofollow-Link: Warum es dieses Attribut gar nicht gibt
Das Attribut rel="dofollow" gibt es nicht, weder im HTML-Standard noch bei Google. Was stattdessen zaehlt, welche drei Werte es seit 2019 gibt und warum bezahlte Platzierungen gekennzeichnet gehoeren.
Wer nach dem Dofollow-Link sucht, sucht meist nach einem Attribut, das man setzen könnte. Es gibt keines.
Der HTML-Standard listet in seinem Kapitel zu Linktypen unter anderem nofollow, noopener, noreferrer und external. Ein Wert dofollow kommt darin nicht vor. Auch das Register, auf das der Standard für Erweiterungen verweist, kennt ihn nicht.
Google formuliert es von der anderen Seite. Für normale Links, die Google ohne Einschränkung abrufen und auswerten soll, brauche man kein rel-Attribut. (Quelle: Google Search Central, 2026)
Dofollow ist also keine Einstellung. Es ist die Abwesenheit einer Einstellung. Der Begriff ist als Gegenstück zu nofollow entstanden, das Google im Januar 2005 gegen Kommentarspam eingeführt hat.
Bemerkenswert ist, wie hartnäckig sich der Irrtum hält. Eine Auswertung des Web Almanac fand dofollow auf 0,3 bis 0,4 Prozent der untersuchten Seiten, ohne praktische Wirkung. (Quelle: Web Almanac, 2025) Der Wert wird gesetzt und tut nichts.
Was ein Backlink überhaupt ist und wie er wirkt, steht in unserem Beitrag dazu, was Backlinks sind. Hier geht es um die Attribute daneben.
Die drei Werte, die es wirklich gibt
Am 10. September 2019 hat Google zwei neue Werte eingeführt und die Bedeutung des alten geändert.
Wert
Wofür er gedacht ist
sponsored
Werbung und bezahlte Platzierungen
ugc
von Nutzern erzeugte Inhalte, etwa Kommentare und Forenbeiträge
nofollow
alles andere, was du nicht mit deiner Website in Verbindung bringen willst
Google beschreibt die Wahl pragmatisch. Es gebe kein falsches Attribut, mit einer Ausnahme. Was erkennbar Werbung oder bezahlt ist, gehört mit sponsored oder nofollow gekennzeichnet.
Mehrere Werte lassen sich kombinieren, getrennt durch Leerzeichen oder Komma. rel="ugc nofollow" ist gültig, und die Werte gelten nebeneinander.
In der Praxis werden die neuen Werte kaum genutzt. Der Web Almanac fand nofollow auf rund 31 Prozent der Seiten, ugc und sponsored dagegen bei je etwa 0,5 Prozent, und dieser Anteil bewegt sich seit Jahren nicht. (Quelle: Web Almanac, 2025)
Vom Befehl zum Hinweis
Die wichtigere Änderung von 2019 steckt in der Bedeutung, nicht in den neuen Werten.
Als nofollow eingeführt wurde, zählte Google einen so markierten Link überhaupt nicht als Signal. Das hat sich geändert. Alle drei Attribute werden seither als Hinweise darauf behandelt, welche Links berücksichtigt oder ausgeschlossen werden sollen. (Quelle: Google Search Central, 2019)
Bei den Daten lohnt Genauigkeit, weil sie oft verwechselt werden:
Für das Ranking galt der Hinweischarakter sofort, also ab dem 10. September 2019.
Für Crawling und Indexierung wurde nofollow erst zum 1. März 2020 zum Hinweis.
Google begründete den Wechsel damit, dass mit der alten Handhabung wertvolle Information verloren ging. Zugleich stellte Google klar, dass niemand bestehende Links ändern muss.
Praktisch heißt das, ein nofollow-Link ist kein garantiert wirkungsloser Link mehr. Google formuliert dazu, solche Links würden im Allgemeinen wie zuvor behandelt und für das Ranking nicht berücksichtigt. Das ist eine Regel mit Ermessensspielraum.
Eine Einordnung, die dazugehört: Belastbare Zahlen zur Ranking-Wirkung von nofollow-Links gibt es nicht. Was kursiert, sind Korrelationen von Werkzeuganbietern ohne Kausalnachweis. Die einzige belastbare Aussage ist Googles eigene.
Bezahlte Links und die Kennzeichnung
Hier wird es für alle praktisch relevant, die Platzierungen kaufen.
Googles Spam-Richtlinien führen den Kauf und Verkauf von Links zu Ranking-Zwecken als Verstoß auf. Dazu zählen ausdrücklich auch Geld für Beiträge mit Links, Waren oder Dienstleistungen im Tausch gegen Links und Advertorials, bei denen für Artikel mit weitergebenden Links bezahlt wird.
Entscheidend ist der Satz danach. Google versteht, dass Kauf und Verkauf von Links ein normaler Teil der Webwirtschaft für Werbung und Sponsoring sind. Es sei kein Verstoß, solche Links zu haben, solange sie mit rel="nofollow" oder rel="sponsored" gekennzeichnet werden. (Quelle: Google Search Central, 2026)
Damit ist die Linie klar gezogen. Bezahlte Platzierungen sind erlaubt, wenn sie gekennzeichnet sind. Ungekennzeichnet sind sie ein Richtlinienverstoß.
Wer prüfen will, wie das eigene Linkprofil in dieser Hinsicht aussieht, findet das Vorgehen in unserem Beitrag dazu, wie du Backlinks analysieren kannst. Welche Methoden es im Linkaufbau darüber hinaus gibt, steht im Überblick zum Linkbuilding.
Was das für die Praxis heißt
Setze kein rel="dofollow". Es tut nichts. Lass das Attribut weg, das ist der Normalfall.
Kennzeichne, was bezahlt ist. sponsored ist dafür der vorgesehene Wert, nofollow wird ebenfalls akzeptiert.
Nutze ugc für Kommentare und Foren. Dafür ist der Wert gedacht.
Erwarte keine Garantie. Seit 2019 sind alle drei Werte Hinweise, keine Befehle.
Räum alte Links nicht auf. Google sagt ausdrücklich, dass dafür kein Anlass besteht.
Auf dem Placement-Marktplatz ist die Art der Verlinkung bei jeder Platzierung ausgewiesen, damit vor der Buchung klar ist, was du bekommst.
Was du dir merken solltest
Drei Dinge. Das gesuchte Attribut gibt es nicht, Dofollow ist die Abwesenheit einer Kennzeichnung. Seit 2019 stehen drei Werte zur Verfügung, und seither sind sie Hinweise statt Befehle. Und bezahlte Platzierungen gehören gekennzeichnet, das ist Googles ausdrückliche Bedingung.
Häufige Fragen
Was ist ein Dofollow-Link?
Ein ganz normaler Link ohne einschränkendes rel-Attribut. Der Begriff beschreibt den Normalfall und ist kein Attribut, das man setzen kann.
Gibt es rel="dofollow"?
Nein. Weder der HTML-Standard noch Googles Dokumentation kennen diesen Wert. Er taucht auf einem kleinen Bruchteil der Seiten im Netz auf und hat dort keine Wirkung.
Was ist der Unterschied zwischen dofollow und nofollow?
Dofollow ist der Normalfall ohne Attribut. Mit nofollow gibt der Betreiber Google den Hinweis, den Link nicht als Empfehlung zu werten. Seit 2019 ist das ein Hinweis und keine feste Anweisung mehr.
Wann setze ich sponsored, wann ugc, wann nofollow?
sponsored bei Werbung und bezahlten Platzierungen, ugc bei Kommentaren und Forenbeiträgen, nofollow in allen anderen Fällen, in denen du den Verweis nicht als Empfehlung verstanden wissen willst.
Bringen nofollow-Links etwas für das Ranking?
Google behandelt sie im Allgemeinen wie zuvor und berücksichtigt sie für das Ranking nicht. Da die Attribute seit 2019 Hinweise sind, ist das keine absolute Regel. Belastbare Zahlen zur Wirkung gibt es nicht.
Muss ich bezahlte Links kennzeichnen?
Ja. Google führt unmarkierte bezahlte Links als Richtlinienverstoß, akzeptiert sie aber ausdrücklich, wenn sie mit sponsored oder nofollow gekennzeichnet sind.
Kann ich mehrere rel-Werte kombinieren?
Ja. Mehrere Werte lassen sich durch Leerzeichen oder Komma trennen, etwa rel="ugc nofollow". Sie gelten dann nebeneinander.
David baut seit 2016 Linkaufbau- und Digital-PR-Prozesse, erst als Agentur unter SEO Galaxy, heute als Plattform mit GetMentioned. Er hat eigene Projekte von null auf siebenstelligen Monats-Traffic skaliert und tausende Kampagnen für Kunden umgesetzt. Hier schreibt er über das, was in der Praxis wirkt, und über das, was nur Budget kostet.
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