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Domain Authority: Was die Zahl misst und warum sie sich kaufen lässt

Domain Authority ist eine Kennzahl von Moz, kein Google-Wert. Wie sie berechnet wird, warum die Skala logarithmisch ist und warum beide grossen Anbieter einraeumen, dass sich solche Werte kuenstlich anheben lassen.

David Hahn

David Hahn · 16.08.2026 · 8 Min. Lesezeit

Zwei Domains mit gleich hohem Wert, darunter einmal gewachsene Struktur und einmal ein geschlossenes Linknetz

Das Wichtigste in Kürze

  • Domain Authority ist eine Kennzahl von Moz auf einer Skala von 1 bis 100. Sie schätzt, wie wahrscheinlich eine Domain rankt, und ist selbst kein Rankingfaktor.
  • Moz sagt das ausdrücklich selbst. Google hat mehrfach dementiert, einen domainweiten Autoritätswert zu verwenden.
  • Die Skala ist logarithmisch. Von 20 auf 30 ist deutlich leichter als von 70 auf 80.
  • Moz hat 2019 nachgemessen, wie stark die Zahl manipuliert war. Bei Linkverkäufern fiel sie um 56 Prozent, bei Domainer-Netzwerken um 97 Prozent.
  • Als grober Filter beim Publisher-Vergleich taugt sie. Als alleiniges Auswahlkriterium kaufst du die Kennzahl statt der Wirkung.

Was Domain Authority ist

Domain Authority, meist als DA abgekürzt, ist eine Kennzahl des Werkzeuganbieters Moz. Sie sagt auf einer Skala von 1 bis 100 voraus, wie wahrscheinlich eine Website in den Suchergebnissen rankt, verglichen mit Wettbewerbern. Neue Websites starten bei 1.

Der wichtigste Satz zu dieser Zahl stammt von Moz selbst. Domain Authority sei kein Google-Rankingfaktor und habe keinen Einfluss auf die Suchergebnisse. (Quelle: Moz, 2019)

Das klingt widersprüchlich und ist es nicht. DA ist eine Schätzung darüber, wie Google eine Domain wohl behandelt. Sie ist ein Thermometer, das die Temperatur anzeigt, ohne sie zu verändern.

Wie sie berechnet wird

Moz nutzt ein maschinelles Lernmodell, das vor allem Backlinkdaten auswertet, seit der Version 2.0 ein neuronales Netz. Trainingsziel ist die Vorhersage von Google-Rankings. In die Bewertung fließen unter anderem die Zahl verweisender Root-Domains und deren Qualität ein, laut Moz insgesamt Dutzende Faktoren. Die Werte werden täglich aktualisiert. (Quelle: Moz, 2025)

Zwei Dinge daran sind praktisch wichtig.

Die Skala ist logarithmisch. Moz formuliert es so, dass ein DA von 40 nicht doppelt so gut ist wie ein DA von 20. (Quelle: Moz, 2019) Der Aufstieg von 20 auf 30 gelingt mit überschaubarem Aufwand, der von 70 auf 80 ist eine andere Größenordnung. Wer sich Ziele in DA-Punkten setzt, sollte das wissen.

Das Modell ist seit 2019 unverändert. Domain Authority 2.0 startete am 5. März 2019, und Moz nennt auch 2025 noch diesen Rollout als letzte Modelländerung. Die Zahl bewertet also mit einem Modell, das vor den großen Umbrüchen der Suche trainiert wurde.

Interessant ist auch, was Moz zur eigenen Treffsicherheit veröffentlicht hat. Bei 16.000 untersuchten US-Keywords lag die Korrelation zwischen DA und tatsächlicher Platzierung bei rund 0,12. Der zuständige Entwickler nannte den Vorsprung gegenüber Wettbewerbsmetriken damals ernüchternd.

Was Google dazu sagt

Hier lohnt Genauigkeit, weil die Frage regelmäßig falsch beantwortet wird.

Google hat mehrfach dementiert, einen domainweiten Autoritätswert zu führen. John Mueller sagte 2016, es gebe nichts dergleichen wie einen Website-Autoritätswert, und wiederholte 2019, Google bewerte die Autorität einer Website nicht und vergebe dafür keinen Punktwert. Gary Illyes formulierte es 2016 ähnlich knapp.

In der offiziellen Dokumentation beschreibt Google seitenweite Signale, die in das Verständnis einzelner Seiten einfließen, aber keinen Autoritätswert als solchen.

Und was ist mit siteAuthority aus dem Leak?

Im Mai 2024 wurde versehentlich eine interne Google-Dokumentation öffentlich. Darin taucht ein Feld namens siteAuthority auf, beschrieben als aus einem anderen internen Signal umgewandelt. Google bestätigte die Echtheit der Dokumente und warnte zugleich davor, aus unvollständigen und aus dem Zusammenhang gerissenen Informationen Schlüsse zu ziehen.

Sauber getrennt heißt das:

  • Belegt ist, dass ein Feld dieses Namens in der Dokumentation existiert und diesen Beschreibungstext trägt.
  • Nicht belegt ist, ob es im Ranking wirkt, wie es berechnet wird, wie stark es gewichtet ist und ob es überhaupt je im Einsatz war.

Wer daraus ableitet, Google nutze Domain Authority doch, verwechselt zwei Dinge. Selbst wenn Google intern ein domainweites Signal führte, wäre das eine unbekannte Größe mit ähnlichem Namen. Die Zahl von Moz ist es in keinem Fall.

Die anderen Autoritätsmetriken

Jeder Anbieter hat eine eigene Zahl, und sie sind nicht ineinander umrechenbar.

MetrikAnbieterSkalaWas sie im Kern misst
Domain AuthorityMoz1 bis 100Lernmodell, trainiert auf die Vorhersage von Rankings
Domain RatingAhrefs0 bis 100Stärke des Linkprofils, rein rechnerisch aus dem Linkgraphen
Authority ScoreSemrush1 bis 100Linkstärke, organischer Traffic und sechs Spam-Indikatoren
Trust FlowMajestic0 bis 100Vertrauen, weitergegeben von einem geprüften Ausgangsset
Citation FlowMajestic0 bis 100reine Linkmenge, ohne Qualitätsbewertung

Der Unterschied ist nicht kosmetisch. Domain Authority ist die einzige dieser Zahlen, die ausdrücklich darauf trainiert ist, Google-Rankings vorherzusagen. Die anderen sind Berechnungen auf dem jeweils eigenen Linkindex. Wie Trust Flow und Citation Flow im Detail funktionieren und warum ihr Verhältnis zueinander aussagekräftiger ist als jeder Einzelwert, steht in unserem Beitrag zum Trust Flow.

Von der Sichtbarkeit im Suchergebnis ist all das noch einmal zu trennen. Autoritätsmetriken bewerten das Linkprofil, der Sichtbarkeitsindex bewertet die Präsenz in den Suchergebnissen. Zwei verschiedene Fragen.

Warum die Zahl manipulierbar ist

Das ist der Teil, der beim Einkauf von Platzierungen zählt. Und die Belege dafür kommen von den Anbietern selbst.

Moz hat 2019 offen beschrieben, dass Domain Authority gezielt mit Spam angegriffen wurde, um den Wert zu heben und Domains teurer zu verkaufen. Die dafür genutzten Techniken hätten bei Google kaum gewirkt, für die Kennzahl aber gereicht. (Quelle: Moz, 2019)

Beim Wechsel auf das neue Modell hat Moz nachgemessen, wie stark die Werte je Gruppe fielen. Die Differenz zeigt, wie viel vorher künstlich war:

GruppeRückgang des DA-Werts
Zufällige Domains als Vergleichsmaßstab6,1 Prozent
Linkkäufer15,9 Prozent
Kommentarspammer34 Prozent
Linkverkäufer56 Prozent
Domainer-Netzwerke97 Prozent
Niedrigwertige Auktionsdomains98 Prozent

Die Basislinie sind 6,1 Prozent, so viel verloren normale Domains allein durch die Modellumstellung. Alles darüber ist der Anteil, den Manipulation ausgemacht hatte. Bei Domains aus Auktionen und Netzwerken war der Wert praktisch vollständig konstruiert.

Ahrefs ist beim eigenen Domain Rating genauso deutlich. Große Mengen minderwertiger Backlinks könnten das DR sogar erhöhen statt senken, weil die Kennzahl Spam nicht berücksichtigt. Der Anbieter räumt ein, dass Fachleute diese Lücke ausgenutzt haben, um damit Geld zu verdienen. (Quelle: Ahrefs, 2022)

Dazu kommt eine Mechanik, die Ahrefs selbst dokumentiert. Eine verlinkende Domain verteilt ihre Wertung gleichmäßig auf alle Domains, die sie verlinkt. Wer also eine Domain aufbaut, die fast nichts nach außen verlinkt, und dann gezielt einzelne Ziele verlinkt, gibt maximale Punktzahl weiter. Genau darauf sind private Linknetzwerke gebaut.

Die praktische Folge. Eine hohe Autoritätszahl allein sagt nichts darüber, ob eine Platzierung Wirkung hat. Sie sagt, dass das Linkprofil der Domain nach den Regeln dieser Kennzahl gut aussieht. Wie du ein Linkprofil wirklich beurteilst, steht in unserem Beitrag dazu, wie du dein Linkprofil analysieren kannst.

Wie du die Zahl beim Platzierungskauf richtig benutzt

Domain Authority ist als erster Filter brauchbar und als Entscheidungsgrundlage untauglich. In der Praxis heißt das:

  • Nutze sie zum Aussortieren, nicht zum Auswählen. Eine Domain mit DA 3 kannst du überspringen. Eine mit DA 60 hast du damit noch nicht geprüft.
  • Schau auf den organischen Traffic. Eine Domain mit hoher Autoritätszahl und ohne Besucher ist ein Warnzeichen. Genau dieses Missverhältnis ist die Signatur aufgebauter Domains.
  • Prüfe die thematische Nähe. Ein Verweis aus dem eigenen Fachgebiet wiegt schwerer als einer von einer starken, aber fachfremden Domain.
  • Sieh dir an, was die Domain sonst verlinkt. Eine Seite, die in jede Richtung verkauft, gibt weniger weiter und trägt ein höheres Risiko.
  • Vergleiche zwei Metriken statt einer. Wenn Domain Authority und Trust Flow weit auseinanderliegen, lohnt der genauere Blick.

Auf dem Placement-Marktplatz stehen diese Angaben nebeneinander, damit die Auswahl nicht an einer einzigen Zahl hängt.

Wie du die Zahl ab jetzt liest

Drei Dinge. Domain Authority ist eine Schätzung eines Drittanbieters darüber, wie Google eine Domain wohl behandelt, und ausdrücklich kein Google-Wert. Sie ist logarithmisch, hohe Werte sind also überproportional schwer. Und sie ist manipulierbar, was beide großen Anbieter offen einräumen.

Häufige Fragen

Was ist Domain Authority?

Eine Kennzahl des Anbieters Moz auf einer Skala von 1 bis 100. Sie schätzt, wie wahrscheinlich eine Domain in den Suchergebnissen rankt, verglichen mit Wettbewerbern.

Ist Domain Authority ein Google-Rankingfaktor?

Nein. Moz stellt selbst klar, dass die Kennzahl kein Google-Rankingfaktor ist und keinen Einfluss auf die Suchergebnisse hat. Google hat mehrfach dementiert, einen domainweiten Autoritätswert zu verwenden.

Was ist ein guter Domain-Authority-Wert?

Es gibt keinen allgemeingültigen Zielwert. Aussagekräftig ist nur der Vergleich mit direkten Wettbewerbern im selben Themenfeld. Weil die Skala logarithmisch ist, sind hohe Werte überproportional schwer zu erreichen.

Wie verbessere ich meine Domain Authority?

Über dieselben Dinge, die auch bei Google zählen, nämlich Verweise von thematisch passenden, echten Websites. Wer gezielt die Kennzahl steigert statt die Substanz, baut ein Ergebnis auf, das beim nächsten Modellwechsel des Anbieters verschwinden kann.

Was ist der Unterschied zwischen Domain Authority und Domain Rating?

Domain Authority stammt von Moz und ist ein Lernmodell, das Rankings vorhersagen soll. Domain Rating stammt von Ahrefs und misst rechnerisch die Stärke des Linkprofils. Die Werte sind nicht ineinander umrechenbar.

Kann man Domain Authority kaufen oder manipulieren?

Die Kennzahl lässt sich künstlich anheben, und beide großen Anbieter haben das eingeräumt. Moz hat 2019 gemessen, dass die Werte von Linkverkäufern und Domainer-Netzwerken um 56 bis 97 Prozent fielen, als das Modell gegen Manipulation nachgeschärft wurde.

Sollte ich Platzierungen nach Domain Authority auswählen?

Als Filter ja, als alleiniges Kriterium nein. Sinnvoll ist die Kombination aus Autoritätszahl, organischem Traffic, thematischer Nähe und einem Blick auf das Linkverhalten der Domain.

David Hahn

Über den Autor

David Hahn

Geschäftsführer GetMentioned

David baut seit 2016 Linkaufbau- und Digital-PR-Prozesse, erst als Agentur unter SEO Galaxy, heute als Plattform mit GetMentioned. Er hat eigene Projekte von null auf siebenstelligen Monats-Traffic skaliert und tausende Kampagnen für Kunden umgesetzt. Hier schreibt er über das, was in der Praxis wirkt, und über das, was nur Budget kostet.

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