Referring Domains: was die Zahl misst und was sie beim Einkauf bedeutet
Referring Domains zählen Websites, Backlinks zählen einzelne Verweise. Die Verwechslung kostet beim Einkauf Geld. Warum die verbreitete Zahl 200 keine Quelle hat, was die jüngste offene Messung stattdessen zeigt und wie du die Kennzahl vor einer Buchung liest.
Referring Domains sind die Websites, von denen mindestens ein Backlink auf ein Ziel zeigt. Auf Deutsch heißen sie verweisende Domains. In den Tools steht der englische Begriff.
Ahrefs führt dazu einen Hilfeartikel mit dem Titel „What's the difference between referring domains and backlinks". Dort steht: „Backlinks are hyperlinks that point from one website to another. You can have multiple backlinks from a website or web page." Referring Domains seien dagegen „domains from which the target website or web page has one or more backlinks". (Quelle: Ahrefs, Stand 31.10.2025)
Ahrefs nennt dafür ein Beispiel. Verlinken die New York Times und Forbes auf dieselbe Seite, sind das zwei Referring Domains. Verlinkt die New York Times zweimal, bleibt es eine.
Daraus folgt die Rechenregel. Die Anzahl der Referring Domains ist immer kleiner oder gleich der Anzahl der Backlinks.
Ein zweiter Artikel derselben Website ändert daran nichts. Das gilt auch, wenn er in einem anderen Subfolder liegt.
Der Unterschied zu Backlinks in vier Zeilen
Merkmal
Referring Domains
Backlinks
Gezählt wird
die verlinkende Website
der einzelne Verweis
Zweiter Link derselben Website
zählt nicht mit
zählt mit
Aussage der Zahl
wie viele Quellen verweisen
wie oft verwiesen wird
Grenze nach oben
die Zahl der Websites im Index
keine
Aus beiden Werten lässt sich eine Ratio bilden, Backlinks geteilt durch Referring Domains. Sie zeigt, wie oft eine Quelle im Schnitt verlinkt.
Ein hoher Wert hat meist eine von zwei Ursachen. Entweder steht der Link in einer Fußzeile und erscheint dadurch auf jeder Unterseite. Oder eine Website hat über Jahre mehrere Artikel geschrieben, die auf dieselbe URL verweisen.
In der Backlink-Zahl sehen beide Fälle gleich aus. In der Zahl der Referring Domains sieht man den Unterschied.
Welchen Weg ein einzelner Verweis bis zum Ranking nimmt, steht im Beitrag dazu, wie Backlinks funktionieren.
Wo du die Zahl abliest
Ahrefs führt beide Werte im Site Explorer unter Backlink Metrics nebeneinander. Der Referring-Domains-Report listet die verlinkenden Websites, die Spalte „Links to target" zeigt je Zeile die Anzahl der Verweise.
Ein Dofollow-Filter grenzt die Liste auf die Domains ein, die Wertung weitergeben. Diese Ansicht liefert Einblicke, die eine reine Backlink-Zahl nicht hergibt.
Semrush führt die Kennzahl in den Backlink Analytics, Moz im Link Explorer als Linking Domains. Die Google Search Console zeigt unter „Links" die verweisenden Webseiten, die Google selbst kennt.
Zwei Tools zeigen für dieselbe Website selten denselben Wert. Jeder Anbieter betreibt eigene Bots und zählt Subdomains nach eigenen Regeln.
Deshalb trägt der absolute Wert wenig und der Vergleich viel. Wie eine vollständige Auswertung abläuft, steht im Beitrag Backlinks analysieren.
Was die Zahl über ein Linkprofil sagt
Ahrefs nennt im selben Hilfeartikel eine Beobachtung aus dem eigenen Index. Es bestehe „a positive correlation between the number of unique referring domains and organic search traffic". Das beschreibt einen Zusammenhang und keine Ursache.
Für die Bewertung eines Linkprofils zählt die Streuung. Ein Profil aus 180 Referring Domains steht anders da als eines aus zwölf, auch wenn beide 200 Backlinks tragen.
Die Kennzahl steckt außerdem in anderen Metriken. Das Domain Rating von Ahrefs rechnet mit verweisenden Domains und nicht mit Verweisen. Wiederholte Links derselben Website heben den Wert nicht.
Moz führt für die einzelne Seite die Page Authority, Semrush für die Domain den Authority Score. Was hinter der Moz-Zahl steckt, steht im Beitrag zur Domain Authority.
Fünf verbreitete Sätze im Faktencheck
Zu dieser Kennzahl kursieren Aussagen, die sich an der Primärdokumentation prüfen lassen. Fünf haben wir nachgeschlagen.
Aussage
Befund
Seiten auf Platz 1 haben über 200 Referring Domains
trägt nicht. Für die Zahl gibt es keine offen einsehbare Erhebung
Ein ausgewogenes Verhältnis von Backlinks zu Referring Domains schützt vor Manipulationsvorwürfen
trägt nicht. Google nennt kein Verhältnis
Referring Domains zeigen Google, dass eine Website vertrauenswürdig ist
trägt nicht. Der Begriff fehlt in Googles Dokumentation
Die Vielfalt der Referring Domains wiegt schwerer als die Anzahl der Backlinks
trägt. Die Aussage folgt aus der Zählweise
Einträge in Branchenverzeichnissen liefern wertvolle Backlinks
trägt teilweise. Google führt „Low-quality directory or bookmark site links" als Link Spam
Für den Satz über 200 Referring Domains ließ sich keine offen einsehbare Erhebung finden. Angegeben ist ein Mittelwert. Bei Linkzahlen liegen Mittelwert und Median weit auseinander, weil einzelne Domains über Jahre riesige Profile aufgebaut haben.
Die jüngste offene Messung stammt von WebFX aus dem März 2026. Ausgewertet wurden 1.462 Domains, die für 150 kommerzielle Suchanfragen aus 15 Branchen auf Seite 1 standen. Der Median liegt bei 907 Referring Domains und reicht von 76 bei Bekleidung bis 3.027 bei Finanzen und Versicherungen. (Quelle: WebFX, 08.04.2026)
Drei Einschränkungen gehören dazu. Gemessen wurde Seite 1 und nicht Position 1. Gemessen wurde je Domain und nicht je URL. Und die Suchanfragen waren nach Wettbewerb vorsortiert.
Zwei Dinge bleiben trotzdem stehen. Ein allgemeiner Zielwert existiert nicht. Zwischen der schwächsten und der stärksten Branche liegt der Faktor 40.
Zur zweiten Zeile gibt es keine Google-Fundstelle. Die Spam-Richtlinien definieren Link Spam als „the practice of creating links to or from a site primarily for the purpose of manipulating search rankings". Ein Verhältnis von Backlinks zu Referring Domains nennen sie nicht. (Quelle: Google Search Central, Stand 15.05.2026)
Auch das Google-Dokument zu hilfreichen Inhalten erwähnt Verweise anderer Websites an keiner Stelle. (Quelle: Google Search Central, Stand 10.12.2025) Für die Rolle als Rankingfaktor gibt es damit keinen Beleg beim Suchmaschinenbetreiber. Die Kennzahl stammt von den Tool-Anbietern und beschreibt deren Index.
Fünf verbreitete Sätze und was von ihnen bleibt. Geprüft an der Ahrefs-Dokumentation und an Google Search Central.
Warum zehn passende Domains mehr tragen als hundert beliebige
Qualität schlägt Masse. Im Report zählt jede Zeile gleich, für die Wirkung gilt das nicht.
Eine Referring Domain aus dem eigenen Fach steht in einem Artikel, den die passende Zielgruppe liest. Eine aus einem Verzeichnis steht in einer Liste ohne Publikum.
Vier Merkmale trennen die beiden Fälle:
die Relevanz des Themas zur eigenen Zielseite
der organische Traffic der verlinkenden Website
eine eigene Redaktion statt automatisch erzeugter Seiten
wenige ausgehende Verweise statt Links in jede Richtung
Nicht jede Seite braucht Backlinks. Landingpages mit Geschäftswert und Wettbewerb brauchen die passenden Quellen.
Nach unserer Erfahrung entscheidet die Themenpassung stärker als der Zahlenwert. Ein kleines Fachmedium aus dem eigenen Feld trägt zuverlässiger als eine große Domain aus einem fremden.
Wie du die Zahl beim Einkauf einer Platzierung liest
Beim Einkauf kehrt sich die Rechnung um. Ein gebuchtes Placement bringt höchstens eine neue Referring Domain.
Steht der Publisher schon in deinem Linkprofil, entsteht dort keine neue Quelle. Sinnvoll sein kann die zweite Platzierung trotzdem, etwa für eine andere Zielseite.
Fünf Prüfungen vor der Buchung:
Verlinkt die Domain bereits auf dich? Dann ist es keine neue Quelle.
Wie viele Domains verlinkt sie sonst? Der Einfluss je Ziel sinkt mit jedem weiteren.
Passt das Thema zu deiner Zielseite?
Hat die Website organischen Traffic aus den Suchmaschinen?
Stimmt die Preis-Performance gemessen am möglichen Impact?
Der GetMentioned Score führt Preis, SEO-Daten, Autorität und möglichen Impact zusammen, statt Publisher an einer einzelnen Zahl zu messen. MentionIQ zeigt dazu, welche Domains auf deine Wettbewerber in den SERPs verlinken und auf dich nicht.
Ein Angebot über fünfzig Backlinks klingt größer als fünf Platzierungen. Oft ist es dasselbe, nur teurer erzählt. Ich sehe bei jedem Angebot zuerst nach, wie viele neue Quellen am Ende dabei herauskommen.
David Hahn, Geschäftsführer GetMentioned
Wie die Zahl der Referring Domains steigt
Die Zahl steigt, wenn eine Website verlinkt, die vorher nicht verlinkt hat. Drei Wege führen dorthin:
Inhalte, die einen Grund zum Verlinken liefern, etwa eigene Daten oder ein Rechner
Digital PR und Brand Mentions in Fachmedien, die über dein Thema schreiben
gebuchte Platzierungen bei Publishern, die noch nicht in deinem Linkprofil stehen
Content Marketing wirkt langsam und breit, gebuchte Placements schnell und gezielt. Beide gehören in eine SEO-Strategie, die auf Sichtbarkeit in den Suchergebnissen zielt.
Der aufwendige Teil ist die Recherche passender Publisher. Im Marktplatz von GetMentioned stehen Domain Rating, Traffic, Thema und Preis je Publisher nebeneinander, dazu die Frage, ob die Domain schon auf dich verlinkt.
Wer die Umsetzung abgeben will, dem übernehmen wir sie auch als Linkbuilding-Agentur mit eigenem Placement-Marktplatz. Wir liefern Full Service im Linkaufbau und kein Full-Service-SEO.
Was Referring Domains dir sagen
Drei Sätze bleiben. Referring Domains zählen Quellen, Backlinks zählen Verweise. Die Zahl lässt sich durch weitere Links vom selben Ort nicht heben. Einen allgemeinen Zielwert gibt es nicht.
Für den Einkauf folgt daraus eine Frage. Wie viele neue Quellen entstehen durch diese Buchung?
Häufige Fragen
Was sind Referring Domains?
Die Websites, von denen mindestens ein Backlink auf ein Ziel zeigt. Auf Deutsch heißen sie verweisende Domains. Jede Website zählt einmal, unabhängig von der Zahl ihrer Links.
Was ist der Unterschied zwischen Referring Domains und Backlinks?
Backlinks sind die einzelnen Verweise, Referring Domains die Websites dahinter. Zwei Links von derselben Website ergeben zwei Backlinks und eine Referring Domain.
Wie viele Referring Domains braucht eine Seite?
Eine allgemeingültige Zahl gibt es nicht. In der WebFX-Messung vom März 2026 lag der Median für Seite 1 bei 907, die Spanne zwischen den Branchen zwischen 76 und 3.027.
Verbessern mehr Referring Domains das Suchmaschinenranking?
Ahrefs berichtet eine positive Korrelation zwischen der Anzahl der Referring Domains und dem organischen Traffic. Eine Korrelation ist keine Ursache, und Google nennt die Kennzahl als Rankingfaktor nirgends.
Zählt eine Subdomain als eigene Referring Domain?
Das entscheidet der Anbieter. Ahrefs fasst Subdomains meist zur Hauptdomain zusammen und macht bei Plattformen mit getrennten Nutzerbereichen eine Ausnahme.
Warum zeigen zwei Tools verschiedene Zahlen?
Weil jeder Anbieter eigene Bots betreibt und unterschiedlich viel vom Web erfasst. Verhältnisse und Vergleiche sind deshalb belastbarer als absolute Werte.
Wie prüfe ich die Referring Domains eines Wettbewerbers?
Über den Referring-Domains-Report eines Backlink-Tools. Interessant ist die Schnittmenge, also die Domains, die mehrere Vergleichsseiten verlinken und dich nicht.
David baut seit 2016 Linkaufbau- und Digital-PR-Prozesse, erst als Agentur unter SEO Galaxy, heute als Plattform mit GetMentioned. Er hat eigene Projekte von null auf siebenstelligen Monats-Traffic skaliert und tausende Kampagnen für Kunden umgesetzt. Hier schreibt er über das, was in der Praxis wirkt, und über das, was nur Budget kostet.
Der nächste Link muss kein Blindkauf sein
Vergleiche Publisher, SEO-Daten und Preise an einem Ort und buche passende Placements direkt.
Domain Rating misst die Stärke eines Backlink-Profils, gerechnet aus dofollow-Verweisen. Über Traffic, Thema und Googles Umgang mit der Domain sagt der Wert nichts. Warum die Skala logarithmisch ist und welche sechs verbreiteten Sätze der Prüfung standhalten.
Wie Du ein Linkprofil auswertest: welche Daten Du brauchst, welche Kennzahlen etwas aussagen, wie der Wettbewerbsvergleich funktioniert und was am Ende als Arbeitsliste herauskommt.
Domain Authority ist eine Kennzahl von Moz, kein Google-Wert. Wie sie berechnet wird, warum die Skala logarithmisch ist und warum beide grossen Anbieter einraeumen, dass sich solche Werte kuenstlich anheben lassen.