Content oder Backlinks: Woran du erkennst, was dir fehlt
Content entscheidet, ob eine Seite in die Auswahl kommt. Links entscheiden, welche der passenden Seiten vorne steht. Woran du erkennst, welcher Teil bei dir fehlt, mit den Median-Werten aus der letzten Semrush-Auswertung und fünf geprüften Aussagen.
Was die Frage nach Content oder Backlinks wirklich stellt
Die Frage klingt nach einer Grundsatzentscheidung. Gemeint ist fast immer etwas Praktisches.
Das Budget für das Quartal steht fest, und es reicht für eines von beiden.
Beide sind Bestandteile derselben Suchmaschinenoptimierung, im Englischen search engine optimization. Content entsteht auf der eigenen Webseite, Backlinks entstehen auf fremden.
Als Grundsatzfrage hat sie keine Antwort. Beide arbeiten an verschiedenen Stellen desselben Vorgangs.
Content beantwortet, worum es auf einer Seite geht. Er bestimmt, ob eine Suchmaschine sie für eine Anfrage in Betracht zieht.
Ohne passenden Text gibt es nichts, worauf ein Link zeigen könnte.
Links beantworten, wie andere die Seite einschätzen. Backlinks, im Englischen auch inbound links, sind dabei Verweise von fremden Webseiten und wirken als Vertrauenssignal aus zweiter Hand.
Sie entscheiden zwischen mehreren Seiten, die alle passen.
Genau dort fällt der Unterschied zwischen Platz 3 und Platz 14.
Für die Praxis zählt deshalb eine andere Frage. Welcher der beiden Teile fehlt in deinem Fall?
Die kurze Antwort auf Content oder Backlinks
Content entscheidet über die Eintrittskarte. Backlinks entscheiden über die Reihenfolge.
Eine Seite rankt auch mit hundert Verweisen nicht für ein Keyword, das sie nicht behandelt.
Eine Seite mit hervorragendem Inhalt bleibt in umkämpften Themen hinter schwächeren Seiten mit mehr Empfehlungen von außen.
Daraus folgen drei Regeln für die Reihenfolge:
Neue Seite ohne Rankings, erst der Content, dann die Links.
Bestehende Seite auf Platz 6 bis 20, erst die Links, der Content trägt schon.
Seite ohne Business-Wert, weder noch, das Budget geht woanders hin.
Die restlichen Fälle klärt der Blick auf die Wettbewerber.
Was die Daten zu Content und Backlinks zeigen
Die belastbarste Auswertung dazu stammt von Semrush. Ausgewertet wurden 16.298 US-Keywords und je die mobilen Ergebnisse bis Platz 20.
Zusammen 300.000 organische Positionen, ohne Wikipedia und YouTube.
Erhoben wurde 2023, veröffentlicht im Januar 2024. Eine Neuauflage der Reihe gibt es bislang nicht.
Interessant ist weniger die Rangliste der Faktoren. Interessant ist die Benchmark-Tabelle am Ende.
Sie stellt Top-10-Seiten und Seiten auf Platz 11 bis 20 nebeneinander.
Vier Anzeichen, je zwei für Content und für Links. Die Werte dahinter stammen aus der Semrush Ranking Factors Study 2024, erhoben 2023.
Qualität und Quantität, wenn die Links fehlen
Steht der Engpass fest, folgt die nächste Frage. Wie viele Verweise, und welche.
Die Semrush-Zahlen geben eine Größenordnung. Der Median der Top 10 liegt bei sechs verweisenden Domains je URL.
Sechs passende Verweise wirken stärker als sechzig beliebige. Der Grund steht in der Rechnung jeder Autoritätskennzahl. Eine Domain verteilt ihr Gewicht auf alle Ziele, die sie verlinkt.
Über den Einfluss eines einzelnen Verweises entscheidet daneben die Vertrauenswürdigkeit der Quelle. Eine Domain, die jedes Thema bedient und in jede Richtung verlinkt, trägt wenig.
Hochwertige Backlinks haben drei Merkmale gemeinsam:
Die verlinkende Webseite behandelt dasselbe Thema wie deine Zielseite.
Sie hat eigene Besucher aus der Suche und nicht nur einen guten Kennwert.
Der Verweis steht in einem Artikel und nicht in einer Liste am Seitenende.
Wie viele Verweise eine Zielseite braucht, hängt an der Branche. In einem Nischenthema tragen fünf, in einem umkämpften Finanzthema sind fünfzig wenig.
Wo die Risiken tatsächlich liegen
Die Risiken liegen in der Verteilung. Ein Linkmuster fällt auf, wenn hundert Verweise aus derselben Ecke kommen und alle denselben Ankertext tragen.
Auffällig ist auch der Zeitverlauf. Ein Linkprofil, das in vier Wochen von zwei auf zweihundert Domains springt, sieht nach Einkauf aus.
Besser: Der Aufbau verteilt sich über Monate, die Quellen kommen aus verschiedenen Themenecken desselben Felds, und die Ankertexte wechseln zwischen Marke, Adresse und beschreibenden Formulierungen.
Welche Methoden welchen Zweck erfüllen
Linkbuilding-Strategien lassen sich nach dem Grund unterscheiden, aus dem jemand verlinkt.
Methode
Warum verlinkt wird
Was sie kostet
Fachbeitrag im Branchenmedium
redaktioneller Zusammenhang
Geld und Abstimmung
eigene Auswertung oder Infografiken
die Zahl gibt es sonst nirgends
Arbeitszeit, der Zeitpunkt bleibt offen
Erwähnung ohne Link aus Digital PR
die Marke ist Teil der Geschichte
Geld, Wirkung vor allem in KI-Antworten
Content Marketing und Linkaufbau greifen dabei ineinander. Ein Unternehmen, das eigene Zahlen veröffentlicht, gibt fremden Redaktionen einen Grund zu verlinken.
Fünf verbreitete Aussagen zu Content und Backlinks im Faktencheck
Rund um dieses Keyword kursieren Sätze, die sich gegenseitig zitieren. Fünf davon halten der Primärquelle nicht stand.
„Die Anzahl der Backlinks korreliert stark mit organischem Traffic"
Das Wort „stark" trägt nicht. Semrush misst für den Domain-Autoritätswert 0,21 und für den Seitenwert 0,19, nennt das aber selbst „strong".
Auf der Spearman-Skala ist ein Wert um 0,2 schwach.
Dazu kommt die Richtungsfrage, die Semrush offen anspricht. Höher rankende Seiten sammeln mehr Verweise ein, weil sie sichtbarer sind.
Ob die Links das Ranking gebracht haben oder umgekehrt, misst keine dieser Auswertungen. Weitere belegte Zahlen zum Linkaufbau haben wir getrennt zusammengestellt.
„Kauf von Links verstößt gegen Google-Richtlinien"
Bezahlte Platzierungen sind ein legitimer Teil des Authority-Aufbaus, wenn Quelle, Thema, Zielseite und redaktionelle Einbindung zusammenpassen.
Googles Spam-Richtlinien definieren Linkspam über den Zweck. Gemeint sind Links, die hauptsächlich das Suchranking manipulieren sollen.
Im selben Dokument steht der Hinweis, dass ein bezahlter Link nicht gegen die Richtlinien verstößt, solange er mit rel="nofollow" oder rel="sponsored" qualifiziert ist.
Verbot und Ausnahme stehen auf derselben Seite.
Die Aussage trägt für Linkpakete, Linknetzwerke, themenfremde Domains und überoptimierte Ankertexte. Für eine redaktionell eingebundene Platzierung im passenden Fachmedium trägt sie nicht.
„Google erkennt Spam-Links automatisch und entwertet sie"
Halb richtig. Google beschreibt in der Doku zu Spam-Updates, dass die Systeme die Wirkung solcher Links entfernen und der Ranking-Vorteil verloren geht.
Direkt daneben steht die zweite Hälfte. Verstöße werden durch automatisierte Systeme und durch manuelle Überprüfung erkannt.
Die manuelle Maßnahme kann zu einem niedrigeren Ranking führen. Folgenlos bleiben schlechte Links also nicht.
„Exzellente Inhalte bieten oft besseren ROI als Backlinks"
Dazu gibt es keine Erhebung mit offengelegter Methodik. Der Satz vergleicht zwei Kostenarten, die ohne Ausgangslage nicht vergleichbar sind.
Ein Fachbeitrag kostet Arbeitszeit, wirkt langsam und wirkt auf alle Seiten eines Themenclusters.
Eine Platzierung kostet Geld, wirkt über Monate und wirkt gezielt auf eine URL.
Welche Rechnung besser aufgeht, hängt daran, welcher der beiden Teile bei dir fehlt.
„Backlinks sind nicht mehr der alleinige Ranking-Faktor"
Richtig, und ohne Nachrichtenwert. Google hat nie behauptet, es gebe einen alleinigen Rankingfaktor.
Der Satz wirkt wie eine Neuigkeit, weil er eine Position widerlegt, die niemand vertritt.
Nützlicher ist die Frage nach der Rolle, die Links im Ranking übernehmen. Sie wirken dort, wo mehrere passende Seiten um dieselbe Position konkurrieren.
Aussage
Befund
Backlinks korrelieren stark mit Traffic
trägt nicht, die belegten Werte liegen bei 0,19 bis 0,30
Linkkauf verstößt gegen Google-Richtlinien
trägt nur für Links, die Rankings manipulieren sollen
Google entwertet Spam-Links automatisch
trägt halb, manuelle Maßnahmen bestehen weiter
Exzellenter Content bringt besseren ROI
trägt nicht, dazu gibt es keine Erhebung
Backlinks sind nicht der alleinige Rankingfaktor
trägt, das war nie anders
Was sich in der KI-Suche an der Frage verschiebt
In KI-Antworten kommt eine dritte Größe dazu. Erwähnungen ohne Link.
Ahrefs hat 75.000 Marken untersucht und geprüft, welche Faktoren mit der Nennung in AI Overviews zusammenhängen.
Gefiltert wurde auf Domains mit einem Domain Rating über 40 und Keywords ab 800 Suchen im Monat.
Den höchsten Wert erreichen Erwähnungen im Web mit 0,664. Verweisende Domains kommen auf 0,295, Backlinks auf 0,218.
Erwähnungen liegen damit rund dreimal so hoch wie Verlinkungen.
Die Autorin ordnet das selbst ein. Alle Faktoren zeigen mittlere bis sehr schwache Korrelationen, und ein Zusammenhang ist keine Ursache.
Was das für die Entscheidung bedeutet
Die Trennung zwischen Content und Links greift zu kurz, sobald KI-Antworten Teil des Ziels sind.
Ein Sprachmodell braucht Belege aus fremden Quellen. Ein Beleg funktioniert auch als reine Nennung.
Die Diagnose ist der leichtere Teil. Danach kommt die Beschaffung.
Wenn der Content fehlt
Hier geht es um Text auf deiner eigenen Domain. Prüfbar ist das Ergebnis an vier Punkten:
eine eigene Adresse für das Thema
Abdeckung der Unterfragen, die die Wettbewerber beantworten
eine Antwort auf die tatsächliche Suchanfrage
ein Mehrwert, den die Wettbewerber nicht liefern, meist eigene Erfahrung oder eigene Zahlen
interne Verweise auf die passenden Zielseiten im eigenen Bestand
Wir schreiben und liefern solche Texte, auch für die Seiten unserer Kunden. Online stellt der Kunde sie selbst.
Wenn die Links fehlen
Hier geht es um Seiten, die dir nicht gehören. Eine gute Platzierung erkennst du an fünf Dingen:
thematische Nähe zum eigenen Feld
echter organischer Traffic der Domain
redaktionelle Einbindung im Text statt in einer Linkliste
ein Ankertext, der zur Zielseite passt
ein Publisher, der nicht in jede Richtung verkauft
Genau diese Angaben stehen bei GetMentioned nebeneinander, bevor du ein Placement buchst.
Wenn du den Aufbau abgeben willst, übernehmen wir ihn als Linkbuilding-Agentur im Full Service. Das umfasst Linkaufbau und Erwähnungen vollständig, kein Full-Service-SEO an deiner Website.
In den Gesprächen, die wir führen, ist der Text selten das Problem. Viel öfter fehlt der Seite jede Empfehlung von außen, und das ändert sich schneller als ein Relaunch.
David Hahn, Geschäftsführer GetMentioned
Wie du Budget zwischen Content und Backlinks aufteilst
Eine feste Quote gibt es nicht. Es gibt eine Zuordnung von Ausgangslage zu Schwerpunkt.
Ausgangslage
Engpass
Wohin das Budget geht
Seite rankt für kein Keyword des Themenfelds
Content
Text, Struktur, Abdeckung
Seite steht seit Monaten auf Platz 6 bis 20
Links
Placements auf diese eine URL
Wettbewerber mit dünnerem Text stehen vorn
Links
Link Gap schließen
Marke taucht in KI-Antworten nicht auf
Erwähnungen
Digital PR und Brand Mentions
Neue Zielseite mit Umsatzbezug, keine Verweise
beides
erst der Text, dann Placements
Unsere Erfahrung zeigt, dass Teams die zweite Zeile am längsten übersehen.
Eine Seite auf Platz 9 wird jahrelang umgeschrieben, obwohl der Text seit dem ersten Tag reicht.
Wie daraus ein wiederholbarer Plan wird, steht im Beitrag zur Backlink-Strategie.
Fazit: erst die Diagnose, dann das Budget
Drei Dinge bleiben hängen. Content entscheidet über die Aufnahme in die Auswahl.
Links entscheiden über die Reihenfolge darin. In KI-Antworten kommen Erwähnungen ohne Link als dritte Größe dazu.
Für die eigene Website lässt sich die Frage in zehn Minuten beantworten. Rankt die Seite gar nicht, fehlt Content. Rankt sie und bleibt stehen, fehlen Signale von anderen Websites.
Der SEO-Erfolg hängt danach an der Reihenfolge und nicht an einer Quote. Wer den falschen Teil zuerst kauft, zahlt zweimal.
Häufige Fragen
Was ist wichtiger, Content oder Backlinks?
Beides entscheidet über eine andere Stufe. Content bringt eine Seite in die Auswahl. Backlinks entscheiden, welche der passenden Seiten vorne steht.
Womit sollte ich anfangen?
Bei einer neuen Seite mit dem Content, weil ein Link ohne passende Zielseite ins Leere zeigt. Bei einer Seite auf Platz 6 bis 20 mit den Links.
Kann eine Seite ohne Backlinks ranken?
In Nischen mit wenig Wettbewerb ja. Der Median bei Top-10-Seiten liegt bei 6 verweisenden Domains je URL (Semrush, erhoben 2023). Die Hälfte kommt mit sehr wenigen Verweisen aus.
Wie viele Backlinks braucht meine Seite?
Eine allgemeine Zahl gibt es nicht. Maßgeblich sind die verweisenden Domains der drei Seiten, die für dein Keyword vorne stehen.
Ist der Kauf von Backlinks erlaubt?
Googles Richtlinien zielen auf Links, deren Zweck die Manipulation von Rankings ist. Eine redaktionell eingebundene, thematisch passende Platzierung fällt nicht darunter. Problematisch sind Linkpakete, Linknetzwerke und themenfremde Domains.
Zählen Backlinks in der KI-Suche noch?
Ja, sie stehen dort hinter den Erwähnungen. Bei 75.000 Marken korrelierten Web-Erwähnungen mit 0,664 mit der Nennung in AI Overviews, Backlinks mit 0,218 (Ahrefs, 2025).
Wie teile ich ein festes Budget auf?
Nach dem Engpass, nicht nach einer Quote. Tauchen deine Seiten für ihre Themen gar nicht auf, geht das Budget in den Content. Stecken sie fest, geht es in Placements.
David baut seit 2016 Linkaufbau- und Digital-PR-Prozesse, erst als Agentur unter SEO Galaxy, heute als Plattform mit GetMentioned. Er hat eigene Projekte von null auf siebenstelligen Monats-Traffic skaliert und tausende Kampagnen für Kunden umgesetzt. Hier schreibt er über das, was in der Praxis wirkt, und über das, was nur Budget kostet.
Der nächste Link muss kein Blindkauf sein
Vergleiche Publisher, SEO-Daten und Preise an einem Ort und buche passende Placements direkt.
Wie Suchmaschinen und KI-Systeme Verweise bewerten, welche Methoden es gibt, was Linkaufbau kostet und wie bezahlte Placements einzuordnen sind. Der Überblick mit Verweisen in die Tiefe.
Belegte Linkbuilding-Statistiken mit Quelle und Erhebungsjahr. Wie stark Backlinks wirken, wie viele Top-Rankings haben, was Platzierungen kosten und wie verbreitet Linkkauf ist. Drei viel zitierte Zahlen haben die Quellenprüfung nicht überstanden.
Wie Du ein Linkprofil auswertest: welche Daten Du brauchst, welche Kennzahlen etwas aussagen, wie der Wettbewerbsvergleich funktioniert und was am Ende als Arbeitsliste herauskommt.